Maiiu, den 13 . April 1806.
Am 8. April früh 4 Uhr verließ ich abermals meinländliches Asyl. Meine Schwester, die Pf. B. und derPf. von Leibenst... fuhren mit mir bis Oehringen — wirfrühstückten bei Pfr. 35... — ich betrat dieses HauS, woich 3Vr Jahr als Gymnasiast gelebt hatte, — nach 20Jahren wieder zum ersten Male — welche Masse von Ver-änderungen, die sich seither zugetragen hatten!! Die süstfeste Reminiscenz aus dem Verlornen Paradiese der Jugendbleibt aber immer das vi8-ä-vis der Post, — die Haus«thüre, wo ich 1785 den ersten Kuß von L.... erhielt!
Die Damen fuhren nach Pfedelbach, — der Pfarrerblieb bei, seinem Schwager, und ich — fuhr nach Frank,fürt ab. Meine Gesellschaft war nicht besonders, doch lei,dentlich. — Im Falken zu Heilbronn zwang man uns zueinem Abendessen, und so kamen wir endlich, nach uner-träglichem Zaudern auf den Post-Stationen, z. B. inSinzheim 3 volle Stunden! — in Heidelberg an, wowir von 9 Uhr Vormittags bis 6 Uhr Abends Zeit genughatten, um die schöne Natur bei einem Pfeifchen Tabakund einer Tasse Kaffee auf den herrlichen Schloß-Ruinenzu genießen.
Der Kurfürst hat im Jahr 1805 einige Anlagen ma-chen lassen , welche die Schloß-Ruinen genießbarer machen,aber bei weitem nicht die in Stein gegrabene Inschrift:>,K. von Baden erneuerte mich 1805," und nebenbei:„Kurf. Friedrich von der Pfalz er baute mich 1552«— verdienen'.