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Den 10. April Nachmittags 4 Uhr langte der Wagenin Frankfurt an; ich gerieth in den nahen Palmbaum,Eschenheimcr Gaffe und eilte sogleich zu meiner Schwester,welche ganz oben im Hause war und deren Magd michnicht verstand, wcßhalb ich wieder fortging und Letztererbedeutete, daß ich bei Schiller zu finden sey. S. saß un-ten auf dem A.; „Wer kommt? Wer kommr?"
scholl es mir daraus entgegen und auf meinen Zuruf:„Gut Freund!" hieß es weiter: „Geduld, Geduld! Es istNiemand oben; warten Sie!" ich wartete eine gute Vier-telstunde — so Etwas passirr auf dem Lande nicht!!Meine Schwester kam nun auch und wir blieben beisam-men bis Abends 7 Uhr, wo ich mich verabschiedete, umin meinem Palmbaume zu soupiren. Es ist dieß einer derschlechtesten Gasthvfe, und nur von feilen Dirnen belebt.Ich ging zeitig zu Bett, um mich den folgenden Tag nachOffenbach zu wenden, von wo meine Interessen noch nichteingegangen waren.
Ich überraschte daselbst Kammerrath K. im Schlaf-rocke, drückte ihm die Zinsen ab und frühstückte dannfreundschaftlich mit ihm sclbsterzcugten Schnapps undButtcrbrod. Ich wollte hierauf dem Hrn. O.A.Rath N...,der mir die Zinsen auf mein Ersuchen bereits, aber inkleiner Münze und zu leichtem Golde, eingeschickthatte, persönlich danken. Er hatte gerade Leute, und derBediente sagte mir trocken: „Sie müßen warten; es sindLenk: da!“ — ohne nach meinem Namen zu fragen oderbei seinem Herrn mich zu melden; ich ging daher ohneUmstände wieder zur Hausthüre hinaus, indem mir bei-ficl: „tel I« volet, toi >6 mähre!“ (Wie der Diener, soder Herr! —)
Da der Fürst und v. G. schon Anfangs März nachParis abgereist waren: so ging auch ich zeitig, lüugs demMain, zurück, ließ mich übersetzen, um die langsam vorsich gehende vemol-tiou zu betrachten, und suchte alsdannHrn. Baum... im Belhm...scheu Comptoir auf. Hier