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29 (1843) Paris im Jahre 1806 : Vermischte Schriften aus C.J. Weber's Nachlass ; mit Uebersetzung der aus fremden Sprachen angezogenen Stellen vermehrt / [Carl Julius Weber]
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den 3 Kronen abginge'? O »ein! antwortete er mir undnannte mir einen andern Gasthof, führte mich auch als-bald dahin, und wußte sich mit meiner Bagage, welche zutrage», er sich erboten hatte, so geschickt an den Douanenvorbeizuschleichen, daß er mir ein Stück Nanquin zu We-sten und Beinkleidern rettete, das nnwiderbringlich jenenHarpyen in die Hände gefallen wäre und mir noch über-dieß Ungelegenheiten verursacht hätte. Jedoch der Schiffs-knecht hatte mich getäuscht, und ich befand mich abermalsin einer unbcsuchten Weinschenke, während die Diligeucein den 3 Kronen abging. Ich wusch ihm den Kopf tüchtigund ging im Unmuthe sogleich auf die 3 Kronen los. Aufwen stieß ich unterwegs? auf den Stallmeister ...ich nahm ihn mit, wir tranken zusammen und ich ließmich für 120 Fr. einschreiben. Während meiner Abwesen-heit hatte ein Douanen-Offizier meinen Paß unvisirt inmein Quartier gebracht, weil ich ihn selbst auf die Prä-fectur zu bringen hätte, und sich eine Flasche Wein aufmeine Rechnung schmecken lassen. Auf dem Bureau mußteich meinen Paß lassen und erhielt dafür einen passv-portprovisoiro.

Paris, , den 2». April isoö.

Die Mainzer Diligencc, schwer beladen, ging Schlag6 Uhr, Montags früh, den 14. April, ab. Meine Be-gleiter waren ein armer, aber wackerer Normann, NgmenSCloucr aus Elboeuf, ein Weber, wie er sagte, undein Grobian von Paris, der, in der Administration beider Armee angestellt, für Etwas, wenigstens für einenOffizier, hätte passiren mögen. Schon in Oppenheimlernte ich ihn als einen Kerl ohne alle Erziehung ken-nen. Es war mir nicht möglich, die Kanne und denNierenstein«' von 1802 vorüberzugehen; der Weg dahin

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