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Paris, Montag den 21. April.
Diesen Morgen machte ich mich frühe nach Faubourg8. Germain, rue 8. Dominique, auf, durchschritt sieganz, über la place des Invalides hinweg, wo seil 1804der Vcnetianische Löwe steht und die Preis - Ausstellungender Fabriken Statt haben. Ich ging bis an's Ende gegendas Marsfeld, wo, Nro. 205, Hr. Ab . . wohne» sollte.Lange konnte ich ihn nicht erfragen und auffinden, bis esendlich einem Gcscheidleren einfiel, daß die Nummern ver-ändert worden seyen, dem zufolge er jetzt Nro. 78 au gre-uier wohnte. Von ihm weg durchstreifte ich die Tuilerienund wandte mich nach den Boulevards, um mir einenPlan von Paris zu kaufen. Meinen Wechsel aus 1000 Frks.,fällig zu Ende Aprils, präsentirte ich Hr. Riviere nebendem schönen Platze Vendome. Mr., ce 11 ’est pas eucorele 30! und so acccptirte er ihn blos, zahlte mir ihn abernicht aus, und ich mußte bis zum 3. künftigen Monatsmein Gold angreifen. Mit Hr. Ab . . machte ich einenSprung nach dem Musee Napoleon im alten Louvre.Gott, welch ein Tempel der Kunst, den ich, wenn die Hitzeweitere Promenaden verbietet, erst ganz, sowie die Bibliothek,genieße» werde. Heule will ich mir diese Schätze nur soganz kursorisch beschauen und zu diesem Zwecke mir diebeiden Katalogen zu 1 Fr. 50 Ct. kaufen. Man kann alleTage von 10 bis 4 Uhr eintreten, Freitags ausgenommen,wo es geschlossen, und Samstags, wo es nur für diePariser (?) offen ist. Den Abend wohnte ich demTheater im Palais Royal bei, wo Mr. Brunet, der leib-haftige Casperi der Pariser spielte. Man gab von 7 bis11 Uhr gerade 4 kleinere Stückchen mit Vaudcvilles; diebesseren waren von Boilea» und Anteuil. Es wurde vielgelacht und geklatscht. Ich dachte mich immer nach Wien,und — wer sich eine hübsche Hetäre suchen will, magimmer dahin gehen. — Ich zahlte 36 8o»s au secondparquet.
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