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starke Wache, indem es noch jetzt zum Staatsgcfängnißdient. Ich bog in die Straßen Verrerie und des Lom-bards ein, verweilte einen Augenblick an dem Marchedes Iimocens, der mit niederhangenden Schirmen vonrothem Wachstuche, worunter die Weiber an Markttagensitzen, überdeckt ist, betrachtete hierauf S. Eustache, woich der Vesper anwohnte und viele Priester Hiebei beschäf,kigt fand.
In meinem Quartiere waren alle Tische, dem Sonn-tage zu Ehren, mir Gästen gedrängt besetzt. Auf demWege fielen mir einige Enseignes auf, z. 95. Brevetd’Invention. Michelon fait des peruques qui imitentles cheveux implantes. ■— Chantier de bois ueuf etgravier i. e. bois flotte. Den Unterschied Zwischenjoaillier und bijoutier konnte man mir nicht erklären.Der ächt französische Ausdruck für Chaussee ist cheminferre — lo chemin est fort bien ferre. Um 5 Uhrwandle ich mich einigen der Theater zu, welche ich alleinnoch besuchen werde.
Im Theater de l’Opera Comique gab man Richard,Coeur de Lio»; ich sah bereits 2 lange queues in diebeiden Straßen hinab. Hierauf ging ich dem Theätrefran^ais zu; man gab le Chevalier ä la mode, gleicherZudrang! Nun wandte ich mich der Grande Opera zu,hier war kein solches Zuströmen. Man gab les Mysteresd’Isis, unsere deutsche Janberflötc, leider ganz unkennt-lich,— man hat das Stück ganz französirl! Seye esimmerhin, wenn es nur mit der Musik nicht auch verFall wäre!! Doch erkannte ich es an den 3 berühmtenArie». Desto vortrefflicher waren die Dekorationen und oie— Maschinerien, bewundernswürdig, schnell und eract in derAusführung! In einem Nu gingen alle Metamorphosenin der Scenerie vor sich, und — ohne den Vorhang nie-derzulassen. Die Kleidung war ausgesucht und hauptsäch-lich das genaueste, cgyptische Eostüme, da- selbst derstrengste Alterthumsforscher nicht hätte bekritteln können.