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utiD dann die schönen Menschen! — gewiß wenigstens 40Frauen, deren Reize verführerisch werden sonnten. DasGanze ist mir Tänzen untcrmischr. Die Grande Operazu Paris ist und bleibt eben doch das erfke Theater derWelt. Dasür zahlt man aber auch ans dem zweitenParterre 3 Fr. 60 Ct. Am besten gefiel mir eine Scene,welche bei uns in Deutschland gar nicht zur Ausführungkommt, und den mit den Angemeldeten vorzunehmendenPrüfungen voranging. Ein Priester öffnete nämlich dengroßen Hintergrund der weiten Scene und ließ Blicke inden Himmel hineinwerfen. Es war dieß allerdings einHimmel im Geschmacke der Moslemin,, voll üppigschdnerHourys, hier — die in magischer Beleuchtung und phanta-stisch-idealem Schmucke auf grünem Rasen amphitheatra-lisch gruppirten Actricen! Der Vorhang fiel hieraus undein anderer öffnete sich. Nun sah man die Hölle, lauterrothglühende Teufel in Flammen, welche weiße Figuren zuunkerst oberst kehrte».
Die Parodisten nennen die Zauberflöte les Misere«d’Ioi anstatt les Myst^res d’Isis. Und hinsichtlich derMusik ist dieß auch nur zu wahr. Wie würde den,großenTonkünsiler diese Verstümmelung seiner Musik, diese Um-wandlung des ganzen Charakters seiner Composition be-trüben! Um es für den französischen, für den PariserGeschmack zu formen, hak mau gerade das Eigenthümlicheund Ausgezeichnete zerstört, und das vollends in der Musik,in welche man sogar fremdartige Arien aus Tilus, vonJuan etc. cingeschoben har. Am Sujet war allerdingsnicht viel zu verderben, aber doch mußte der ganze Planund der davon abhängige Effekt bei solch' gewaltsamen Ver-änderungen oder vielmehr Verdrehungen des Tcrtes unter-gehen. So muß denn der Genuß, welchen das Auge durchGlanz und Pracht in Dekorationen, Tänzen und im Cv<l'tumc hat, für alle Entbehrung oder Mißhandlung desOhres entschädigen! Außer der bereits ermähnten Scenerieüberraschte mich noch der majestätische Jsistempel im ersten