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Im Theätre frau^ais — der Platz im parterre 2 Fr.20 C. — gab man Le Chev alier ä la Mode, Com. 5. Act.par Dancourt, ein angenehmes Stück, und wie sie spielten !vorzüglich Dugazon, Fleury, und die schönen Weiber De-vienne, Mars! — ich werde meine Thcaterlust lediglichzwischen der Oper und diesem Theater, den ersten Thra-kern der Welt, theilen — welcher Nutzen für die Sprache!Schade, daß der Enthusiasm, La furie fran§aise, so oftzum Klatschen führet! Das Nachspiel: Le Politique en de-faut heißt wenig, enthält aber Anspielungen auf die neuernSiege. Die Mutter sagt ihrem von der Armee zurückge-kehrten Sohne: Je vous ai ecrit poste restaute. Ah! nousne restions jamais — am Ende singt jedes ein Coupletzum feinen Lobe des Siegers, wo der refrein von pas-sage, Compagnons de voyage und seiner Güte gegen sie ist.Herrlich war die Beleuchtung durch bloßen Lustrc mitSternenkranz, — mau kann recht gut dabei lesen.
Nach dem Theater ging ich bis 12 Uhr im Palais royalspazieren; die 1000 von Lichtern, die den 117 Klafter langenund 50 Toisen breiten Garten umgaben, der Glanz derBoutiquen, das Gewühl der Menschen, die schönen Hetä-ren, wirklich ausgezeichnet schöne Figuren, die nur insge-sammt den Kopf auf eine eigene Art seitwärts trugen,die 180 Bogen, unter deren jedem ein reverbere, die jun-gen Linden, wenn sie einst Schatten geben, wie die altenabgehauenen, welcher Sammelplatz der Welt darf sich mitdem Palais Royal messen? Dieses Palais Royal, das inder Revolutionszeit auch den Namen Palais du Tri-buuat, erhalten hat, ist das mir bekannte größte Ge-bäude der Welt, das ein langes Viereck bildet, und desseninneren Raum ein großer, von breiten Gängen durch-kreuzter Garten einnimmt, um welchen herum in geradenLinien der Cardinals-Palast mit seinen vielfach über ein-ander gesetzten Stockwerken lauft. Im unteren Raumeührcn bedeckte Gänge zu den wundervoll schönen Galerien,
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