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29 (1843) Paris im Jahre 1806 : Vermischte Schriften aus C.J. Weber's Nachlass ; mit Uebersetzung der aus fremden Sprachen angezogenen Stellen vermehrt / [Carl Julius Weber]
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Iicl) mit ihr bewohnte, so wischte man nun die Anschrift:Calais Cardinal aus und setzte an deren Stelle: PalaisRoyal, welcher Name ihm denn auch bis heute gebliebenist, da die Namens - Veränderungen aus der Rcvolutions-Zeit nicht Stich halten zu wollen scheinen. Louis XIV.räumte diesen Palast später seinem Bruder ein und schenkteihn endlich seinem Enkel, dem Duo de Chartres. Seitdieser Zeit verblieb das Palais Royal der Familie Orleans,von welcher es bedeutende Vergrößerungen und Verschö-nerungen, ja nach dem furchtbaren Brande, vom Jahre1781, dessen Raub das Opernhaus wurde, in vier Jahrendie jetzige durchaus veränderte Gestalt erhielt. Der Gar-ten des Palais Royal war schon ursprünglich geschmackvollangelegt und bot Spaztcrengehendcn alle mögliche Bequem-lichkeiten und Reize dar, mit seinen Sitzen, Bassins, Blu-menbeeten und Alleen. Besonders war es eine dichte Ka-stanien - Allee, unter welcher man gegen Sonnenstrahlen wieRegengüsse gesichert war, die sich der Gunst des Publi-kums erfreute. Was hinsichtlich der Mode oder Politiknur einigermaßen seine Stimme abgeben zu dürfen glaubte,fand sich hier, im glanzvollsten Brennpunkte des glänzendenParis ein, und als Mittelpunkt war es auch äußerst be-quem gelegen für Fremde, welche ihren Bekannten gewöhn-lich hier Rendez-vous gaben. Nach dem obenerwähntenBrande, wo jener, wie man auch schon behaupten wollte,aus tiefer Finanz-Spekulation hervorgegangene, kolossaleEntwurf, den Garten mit vier riesenmäßigen Flügeln zuumgeben, welche für sich bereits eine Stadt bilden unddas übrige Paris entbehrlich machen konnten, in Ausfüh,rung gebracht wurde, erlitt natürlich auch der Gartenbedeutende Veränderungen, welche zur großen Unzufrieden-heit des damaligen spazierengehenden Publikums, das sichfür einige Jahre in die Tuilerien zog, gereichte, aberbald als entschiedene Verbesserungen anerkannt, noch eingrößeres Publikum fesselte. Uebrigens muß man das PalaisRoyal, will man von all' seinen Herrlichkeiten sich ganz