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29 (1843) Paris im Jahre 1806 : Vermischte Schriften aus C.J. Weber's Nachlass ; mit Uebersetzung der aus fremden Sprachen angezogenen Stellen vermehrt / [Carl Julius Weber]
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Spanier gegen beides gleichgültig. Im Essen undTrinken: der Deutsche ein Trunkenbold, der Engländerein Leckermaul, der Franzose delikat, der Jtaliäner mäßig,der Spanier knauserig. Im Gespräche: der Deutscheredet wenig und schlecht, aber schreibt gut, der Engländerredet mehr, aber eben so schlecht, als der Deutsche, schreibtübrigens gleichfalls gut, der Franzose schreibt und sprichtgut, der Jraliäner redet gut und schreibt viel, der Spa-nier redet und schreibt wenig, aber gut.

In der Art, sich zu präsentiren: der Deutschesieht anS, wie ein Dummkopf, (vutor), der Engländergleicht weder einem Narren, noch einem Weisen, der Fran-zose ist etourdi (übereilt, unbesonnen), der Jtaliäner istklug, sieht aber aus, wie ein Narr, bei dem Spanier istes umgekehrt. In Gesetzen: die Gesetze der Deutschensind so, so, der Engländer hat schlechte Gesetze, beobachtetsie aber gut, der Franzose hat gute Gesetze und befolgt sieschlecht, der Jtaliäner und Spanier haben auch gute Ge-setze, welche jener nachläßig, dieser strenge befolgt. DieBedienten sind in Deutschland Gefährten, in EnglandSklaven, in Frankreich Herren, in Italien ehrfurchtsvoll,aber spitzbübisch, in Spanien Untergebene. Von Uebelnhaben die Deutschen vorzugsweise die Flöhe, die Engländerdie Wölfe, die Franzosen die Pocken, die Jtaliäner diePest und die Spanier die Kröpfe. Die Weiber sindin Deutschland Hausfrauen, in England Königinnen, inFrankreich Damen, in Italien Gefangene und in SpanienSklavinnen. Muthig ist der Deutsche wie ein Bär,der Engländer wie ein Löwe, der Franzose wie ein Adler,der Jtaliäner wie ein Fuchs und der Spanier wie einElephant. In den Wissenschaften ist der Deutscheein Pedant, der Engländer ein Philosoph, der Franzoseweiß von Allem ein wenig, der Jtaliäner ist ein Professorund der Spanier ein tiefer Denker. - Prächtig sind inDeutschland die Fürsten, in England die Schiffe, in Frank-reich der Hof, in Italien die Kirchen und in Spanien die