Buch 
29 (1843) Paris im Jahre 1806 : Vermischte Schriften aus C.J. Weber's Nachlass ; mit Uebersetzung der aus fremden Sprachen angezogenen Stellen vermehrt / [Carl Julius Weber]
Entstehung
Seite
86
JPEG-Download
 

86

Gewehrkammern Endlich die Ehemann er sind inDeutschland Herren, in England Knechte, in FrankreichGefährten, in Italien Schüler und in Spanien Tvrannen.

Man muß denn doch bei dem vielen Seltsamen undIrrigen, worauf man in diesen Parallelen stößt, auch wie-der Manches überraschend wahr und witzig finden. DieFranzosen lieben, da der Witz bei ihnen ein entschiedenhervorstechender Vorzug ist, und auch fast einzig bei An-deren auf ihre Anerkennung zählen darf, dic Vcrglcichungenausnehmend. Die bekannte Parallele Carls des Fünftenüber die Sprachen, worin die deutsche so sehr mißhan-delt ist, was sie freilich damals vielleicht ein wenig ver-dienen mochte, ist auch darum in Jedermanns Munde,und so hörte ich auch unter vielen anderen mehrmals eine,welche mir auffiel und die den Eindruck schildern soll, denverschmähte k! i e b e auf den Nationalcharakterhervorbringe. Es heißt darin:

»8i un odjet fait resistanceLanglais est fier et sen offense,

Litalien est inconsolable,

Lespagnol en est desole,

Lallemand se console ä la tadle,

Le fran^ais est tout cousole!

Hierauf begab ich mich mit einem Auvergnat aus Elermontund seiner artigen Frau, deren Vater ein Deutscher ist, aufden Montmartre, um die herrliche Aussicht auf die Stadtzu genießen. Combieji de nids de cocus? rief hier Hein-rich !V. und sein Hofnarr: 8ire, je vois le Louvre.Noch bei einer anderen Gelegenheit sagte man Heinrich lV.ein hartes Wort über seine geliebte Gabriele, als er einst-mals nur von zwei oder drei Hofleuren begleitet und ineinem prunklvftn Aufzuge zum tzuai des czuatre iiations,wo zu jener Zeit immer Kähne anhielten, von der Jagdkam und nach dem Louvre übergesetzt zu werden begehrte.Er gewahrte bald, daß der Schiffer, den er darum an-