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29 (1843) Paris im Jahre 1806 : Vermischte Schriften aus C.J. Weber's Nachlass ; mit Uebersetzung der aus fremden Sprachen angezogenen Stellen vermehrt / [Carl Julius Weber]
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94
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weil lieblicher, als die große berühmte Gruppe im Garten,einen schlafenden Hirten, Meleager, Fechter, der den Baumzerreißen will, vorzüglich aber den Amor, der einenSchmetterling aus eine Rose setzet, auswählen würde.Eine Menge Büsten und Modelle nach Antiken, über dieman fast die Plafonds in den Sälen vergißt, wonach sieihren Namen führen. Mir ist der große berühmte Saal,so wie das Opernhaus rc. Alles zu sehr mit Zicrrathcn,Gold und Marmor überladen. Wir kamen in das berühmteOoil-lle-bwuk, Vorzimmer im königlichen Schlafgemach,gingen durch die potit« uppartemeus nach der Bibliothekund den Zimmern der Königin, und dann aufs Dach, umder Aussicht über ganz Versailles zu genießen, schön, groß,aber flach, die Natur hat Nichts gethan! Von Seite»des Gartens nimmt sich da« Schloß einfacher, folglichschöner aus. Groß ist die Orangerie unter der Terrasseund den ungeheuren beiden Stiegen, 800 Bäume, nochvon den Zeiten Franz l. her. einer ist vorzüglich, und le GrandBourbou genannt. Welche Menge Marmor ist hier anTreppen, Vasen und Statuen verschwendet; so war dasbewunderte stomus Louis XIV.! Seitdem hat sich derGeschmack verbessert und das lateinische Distichon:

Rex, regnum, domus, haec tria sunt miracula mundi.

Rexanimo. reguum viribus, arte domus . . . !

gilt lOOOmd mehr von Napoleon als von Louis XIV.Diese Inschrift erinnerte mich an eine gleichfalls sehr in-lcreffante, welche ich in einem lar. Pentameter an einemdeutschen Kloster geschrieben fand:

2) Claustrum hoc cum patriä statque caditque suä.

Auch die große Gallerte mit Le Btuns Allegorien willmir nicht behagen. Am Eingang in's Museum ist

») König, Reich und Palast, dje tret sind Wunder des

Weltalls;

Jener durch Geist und Talent, diese duich Kunst und Gewalt!-) Fallen und steh'» mit dem Reich wird dieses Kloster zugleich!