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fum, wie bieg tu Deutschland so häufig der Fall ist, zubelästigen. Die Polizei-Cvmmiffäre bilden ein zusammen-hangendes Ganzes und stehen in fortwährendem Rapportund Verkehre zu einander. Sie beaufsichtigen Alles undohne daß man dessen gewahr wird. Besonders haben siedie Fremden, die Rotel« meubles mit chamdres »arme«,die Schauspiel- und Gasthäuser, die Restaurants undCafe's, auch hauptsächlich die öffentlichen Dirnen und dieedlen Chevaliers d’industric zu überwachen und sich überdie Befolgung der Polizei-Vorschriften und Verbote in'sGewisse zu setzen. Ihre sehr umständliche und genaueBerichte laufen auf dem General-Bürcau der Polizei zu-sammen. Bei den Polizei-Commiffären werden auch allemöglichen Anzeigen und Klagen, die öffentliche Ordnungund Sicherheit betreffend, eingebracht und man kann sichauswärts kaum eine Vorstellung von der Thätigkeit, Um.ficht, Entschlossenheit und Gewandtheit dieser Leute machen.Es ist daher auch sprichwörtliche Redensart geworden: Erist so sein, wie ein P ol izei-Com m i ssä r! Wirdirgend ein Eingriff in die Rechte des Einzelnen gemacht,so ruft man den Bezirks -Polizei-Commissär; wird einVerbrechen verübt, oder gibt es Streitigkeiten zu schlichten,Schlägereien abzuwehren, so springt man eben nach demPolizci-Commissär; denn dieser muß für Alles Augen undOhren haben! Eine strenge und sorgfältige Aufsicht müssensie über die Hallen und Märkte führen, und hat irgendwoein Bäcker zu leichtes oder schlechtes Brod, ein marohandde viu verfälschten Wein, ein Kaufmann betrügerischesGewicht oder Maß, ein kpioier verdorbenes Gewürz, einvizoutier nicht probehaltiges Gold oder Silber, die Flei-scher übelriechendes Fleisch, so bedarf es nur einer Anzeigebei dem nächsten Polizei - Commissär; denn diese sind fürAlles da, selbst für — die Un terh osen der Schauspie-le r i n n e n ! Man wird dieß nicht glauben wollen und dochist es dem so! In das Ressort der Polizei-Commiffärcgehört nämlich auch die allgemeine Anständigkeit. Was also