aber ohne alles Arge. Ihre Leiden auf dem Sterbebettewaren groß. Man hatte zu ihrer Genesung eine derschrecklichsten Operationen versucht. Das alles standsie gelassen aus: es war die Fassung ihres Tempera-ments , schlichte Fortsetzung ihres Lebens bis ans Ende.Vier zugebrachte Kinder, (eigene hatte sie nie) standenum ihr Bett; näher ihr Mann, der es blos wegenGewinn und Gewerbe geworden war. Alle weintenund schluchzten recht ernstlich. Gewiß, Clerdon, ihreTrauer ging von Herzen! Aber im Grunde, was wares? Etwa ein wenig Reue, ein wenig Erkenntlich-keit, armselige Scheu vor der Befremdung,wenn die jetzt Scheidende nicht mehr da seyn würde,Bangen vor dem Bilde des Todes. — O wie gleichtdoch alles einander so widerlich! Ich saß da so kalt;körperlich gepeinigt von dem körperlichen Leiden derKranken; konnte sonst mit niemanden sympathisiren.
Jetzt kam der Geistliche hinzu, und begann seimGeschäft. Glaube mir, die gute Frau zagte nicht derZukunft wegen, hatte nicht die mindeste Seelenangst:nur das Dahinsterben ihrer Kräfte, die Lebensermat-tung preßte ihr manches Ach aus der Brust. Da kamdann jedesmal ein Zuruf, ein Spruch, ein Vers aus