beym Wissen? Ich glaube, wer eine schöne große See-le in der That besitzt, hält sich nicht damit auf, dieEmpfindungen, welche seine Handlungen treiben, dieentzückenden Gefühle, welche sie begleiten, auf solcheWeise abzusondern; wird sich ihrer nie dergestalt bewußt,daß er sie in Vorstellungen aufbewahren, und aus ihrerBetrachtung einen unabhängigen Genuß sich bereitenkönnte: er sagt nicht: es ist Seligkeit in dieser Empfindung,in diesem Gefühle, sondern es ist Seligkeit in dieser That.Und das', Lieber, macht die Bahn des Edlen richtig.
Vor einigen Monaten starb ein Greis, mit Na-men Wigand Erdig; der hatte aus dem elenden FleckenD* eine ansehnliche Stadt voll glücklicher Bürger ge-macht. Ich glaube nicht, daß er außer seinem Ge-werbe viel mehr als seinen Katechismus wußte; abersein Gewerbe verstand er gut, war an Ordnung,Fleiß, Mäßigkeit — an gesunde Vernunft gewohnt,und so von Tage zu Lage klüger, geschickter, emsigerund unternehmender geworden. Nun legte er zu D *eine Tuchmanufaktur an. Der Fortgang seines Un-ternehmens litt-unzählige Hindernisse; aber er war ein-mal im Gedränge, und mußte durch. Eine Schwie-rigkeit nach der andern wurde überwunden; der Mann