Band 
Erster Band.
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was er für wahr hält, leben, und mit dem, was ihmgerecht scheint, sich vereinigen, Friede damit haltenkann. Der Tod widersteht ihm weniger als das auf-fallende Ungereimte. Jener droht ihm nur, wie etwasaußer ihm, äußerliche Zerstörung; Jenes will ihn inihm selbst, im Innersten des Lebens tödten.

Dieß mag jeder, der auf die Meinungen seinerZeitgenossen Einfluß haben will, wohl zu Herzen neh-men. Er lerne zuerst diese Meinungen ganz verstehen,welches sehr schwer ist. Hernach fasse er den Muth,der Meinung, mit welcher er sich befassen will, wiegefährlich sie ihm auch scheinen möge, in allem, wassie gegründetes hat, volle Gerechtigkeit wiederfahren zulassen. Wir müssen denen, bey welchen wir uns, umsie zurecht zu weisen, Gehör verschaffen wollen, vorallen Dingen erst beweisen, daß wir uns ganz in siehinein zu denken und zu fühlen wissen. Können wirdieses nicht, oder vernachlässigen wir es, so erregen wirnur Unwillen, erbittern, machen das Uebel ärger.Sie hören uns aber gewiß und gewähren uns bald ihreganze Aufmerksamkeit, wenn wir ihnen darthun, daßwir sie in ihren Meinungen und Anliegen nicht alleinvollkommen verstehen, sondern noch mehr als sie selbst