Band 
Erster Band.
Seite
303
JPEG-Download
 

- oo3 -

spiele anzuhäufen, um zu beweisen, was jeder guteMensch minder oder mehr erfährt; nehmlich, daß dasGefühl der Selbstachtung Schmerz und Elend nicht inFreuds,, verwandeln kann. Auch ist der uneigennützigeTrieb so eifersüchtig, daß er nicht einmal die Rücksichtauf das mit seiner Befriedigung verknüpfte angenehmeGefühl als ein Princip, oder nur als ein Hülfsmittelseiner Thätigkeit gestattet. Also stehen wir zwischendem drohenden Gebote der Sittlichkeit, das wir nichtabweisen, und zwischen der dringenden Begierde nachGlückseligkeit, die wir nicht vertilgen können, mitdem feindseligen Geschenke der Willensfreyheit in derMitte, und müßten, da wir so mannigfaltig auf dieProbe gestellt werden, Selbstverachtung zu wählenoder Qual, unser Daseyn verwünschen, wenn nichtin dem ernsten Gesetze der Sittlichkeit, das uns schlech-terdings gerecht zu seyn befiehlt, zugleich ein gerechterGott erschiene, dessen Allmacht mit der Würdigkeitglücklich zu seyn, auch die Glückseligkeit verbindenwird. Wir müßten Sittengesetz und menschliche Würdefür Hirngespinste, alle tugendhaften Gefühle und Reizein unserer Brust für Trug und Täuschung halten,wenn wir die Nothwendigkeit tugendhaft zu leben, von