seine Lage, was er, seit dem Streite über die Frag-mente, von Menschen erfahren habe, wie sein Gemüthdavon angegriffen, das Leben ihm verekelt worden.Bey zwey Zügen besonders, die er mir erzählte, ver-änderte sich sein Gesicht auf eine Weise, die mir unver-geßlich bleiben wird — des edlen Mannes Herz ist ge-brochen. — Er will jetzt noch ein Werk zur Aufklä-rung der Kirchengerichte herausgeben, lauter Excerp-te, und damit seine theologische Laufbahn beschließen.Nur bis dahin wird er noch in Wolfenbüttel bleiben,dann aber sich frey zu machen suchen. Die Einleitungdazu ist schon getroffen. Vielleicht finden Sie denTrefflichen bey Ihrer Zurückkunst aus Italien in Pem-pelfort.
Am Abend dieses Tages besuchte ich mit Lefsingdas Schauspiel. Hamlet wurde gegeben. Zum Nacht-essen hatte ich mich bey Jerusalem versagen müssen.Der herrliche Alte steht noch in voller Kraft, hat dieMunterkeit und Heiterkeit eines Jünglings, singt beyTische, besucht das Schauspiel, und duldet alles, wasdie Huldgöttinnen dulden. Er zürnte mir, daß ichLeffing, den er im Schauspiel bey mir gesehen, nichtmit zum Nachtessen gebracht hatte. „Er ist wohl in