Von
Johann Georg Harnann.
Königsberg den iten Christm. 1784.
Mein verehrungswürdiger Freund!
.^>ier erhalten Sie Ihr mir Anvertrautes zurück , mitdem lebhaftesten Dank.
Ich habe gestern und diesen Abend Ihre Hand-schrift noch einmal durchgelesen, und muß gestehen,daß ich sie ziemlich verstehe, nur nicht die Erinne-rungen Mendelssohns — aber desto mehr die Wahr-heit seiner Bemerkung (*), — mehr an ihm als mirselbst, ungeachtet ich in meinem 55ten Jahre bin.Der Wandel nach väterlicher Weise verekelt mir keinenandern Weg.
(*) „Nach dem fünfzigsten Jahre mag wohl unsere Seele„sich nicht leicht einen neuen Weg führen lassen. Wenn„sie auch einem Führer etwa eine Strecke lang nach-folget, so ist ihr doch jede Gelegenheit, in ihr ge-wöhnliches Geleis einzulenken, willkommen, und un-vermerkt verliert sie ihren Vorgänger aus den Augen, ssIn Mendelssohns Brief vom 1. Aug. 178^.