4v2
ge: Gibt es eine gewisse Gotteserkenntniß für denMenschen, so muß in seiner Seele ein Vermögen lie-gen, ihn dahinauf zu organisiren? — An dem un-passenden Ausdruck, organisiren, werden Siesichnicht stoßen.
Ich kenne die Natur des Willens, einer sich selbstbestimmenden und lenkenden schöpferischen Kraft, ihreinnere Möglichkeit und deren Gesetze nicht, denn ichbin nicht durch mich selbst. Aber ich fühle eine solcheKraft als das innerste Leben meines Daseyns; ahndedurch sie meinen Ursprung, und lerne Gebrauch der-selben , was mir Fleisch und Blut allein nicht offenba-ren konnten. Auf diesen Gebrauch finde ich allesbezogen in der Natur und in der Schrift; alle Ver-heißungen und Drohungen sind an ihn — an die Rei-nigung und Verunreinigung des Herzens geknüpft —?daneben lehren mich Erfahrung und Geschichte, daßdes Menschen Thun viel weniger von seinem Denken,als sein Denken von seinem Thun abhängt; daß seineGedanken sich nach seinen Handlungen richten, und siegewissermaßen nur abbilden; daß also der Weg zurwirklichen Erkenntniß ein geheimnißvoller Wegist — kein syllogistischer — kein mechanischer.