Band 
Sechster und letzter Band.
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meinem Platon im Phädrus und im Gastmahl er-zählt und vorgetragen werden.

Liebestrieb und Lebenstrieb sind Eins. Es istEin und derselbe Faden, den die Seele weder ausNichts, noch allein aus sich selbst spinnen kann. Amallerwenigsten aber möchte wohl die Seele als einnun zu Ende gesponnener und nun aufgewickelter Fa-den: als ein ruhiges Knäuel existiren, und sich ihrerselbst erfreuen können. So läugne ich auch mit Dio-tima, „daß die Menschen alle nach dem Eigenen„streben, es möchte denn jemand alles Gute sein„eigen, und das Böse Fremdes nennen." Ein Lebenohne Streben, Thätigkeit, ist kein Leben; ist, wiePlato im Philebus sagt — ein Schwamm. Ichglaube am wenigsten von der Gottheit, daß sie .einsolcher Schwamm ihrer selbst seyn könne. Wenig-stens dürfen wir nicht, wenn wir sie so betrachten,sie die Liebe — wir müßten sie die Wollust nen-nen; welches weder philosophisch noch Schriftma-ßig wäre. Sie ist die Liebe-, weil sie eine Welt er-schaffen, sich außer sich ergossen hat: Ein Ideal —nicht des Egoismus, sonderndes Entgegengesetz-ten: Urbild freier Liebe!