Dem einen Menschen erscheint dieß positiver, demandern jenes. Ja in demselben Menschen kann heutedieß positiver seyn, morgen ein Andres. — Geschiehtdieß häufig, so geräth der ganze Verstand des Men-schen in Verwirrung; er findet nirgend, woran ersich standhaft halten könne.
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Es ist ein wunderliches Vorgeben, daß man die
Wahrheit ganz uneigennützig suche. Der Menschsucht sie uneigennützig, wie man vom Thiere sa-gen könnte, daß es uneigennützig sein Futter suche,blos zu Folge eines Triebes. Der Mensch sucht dieWahrheit, weil ihn die Unwahrheit tödtet, hernach,weil er seinen besten Empfindungen und Wün-schen einen Grund sucht; er will zur Quelle hin desGuten, des Schönen, der Wahrheit und des Lebens.* * *
Was heißt: man soll die Wahrheit nur um ih-
rer selbst willen suchen und ihr Alles aufopfern? Istes ein Gebot des Instinkts, oder sehe ich etwas,wornach ich strebe? — Die Absicht der Philosophie,sagt man, ist blos Selbstverstandigung. So erscheintes in der Reflexion. Ihr Ursprung aber ist, daß uns