Band 
Sechster und letzter Band.
Seite
168
JPEG-Download
 

168

ein Widerspruch entsteht, daß wir doppelt se-hen, daß eine Wahrheit uns genommen wurde, diewir wieder haben wollen; wir sehen uns um nach derWahrheit, die uns entfloh. Einen ursprüng-lichen bloßen Vorwitz giebt es nicht, wohlaber ein ursprüngliches Interesse. — Wirfinden uns in der Wahrheit, und werden nurallmahlig gewahr, daßwir sienichtganzbesaßen.

*

Von denen, welche sich rühmen, daß sie dieWahrheit suchen, blos um der Wahrheit willen, su-chen die mehresten nur ein System; und wenn sienur irgend eins gefunden haben, so sind sie zufrieden.

*

Ihr sagt, die Sinne betrügen uns. Ich frage,was redet denn die Wahrheit zu uns? — Etwa das,was uns gar nichts sagt und vorweist? — Das istdie Frage: hat die Vernunft als solche etwas vorzu-weisen? — Wenn hinter dem Truge keine Wahrheitzu finden ist, so lasset uns den Trug.

* *

*

Der vernünftige, nachforschende Mensch sucht be-