Band 
Sechster und letzter Band.
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Edle und schöne Handlungen zu verrichten, istdem Menschen natürlich; es wird ihm leicht, er fin-det unmittelbare Antriebe dazu in seinem Innern.Hingegen wird ihm eigentliche Tugend? die aufSelbstverlaugnung gegründet ist, überall schwer.Tugend muß er sich selbst mühsam angewöhnen undangewöhnen lassen. Gleichwohl ist von Natur Groß-muth in ihm, und weist auf eine vor aller Ueberle-gung wirkende Kraft der Selbstbeherrschung in sei-nem Gemüth.

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Der Eigendünkel, der nle sich selbst, sondernimmer nur Anderen durch den Sinn fahren zu müs-sen glaubt, ist eine grundböse Sache. Denn dasallein macht den Menschen gut, daß er Andere zuachten und sich selbst zu mißtrauen weiß; daß erden eigenen Sinn zu beugen vermag, und das be-wegte Herz dem Ausspruche des stillen Herzens ge-horchen kann.

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Es giebt kein Privilegium der Anständigkeit;hier muß alles über einen Leisten, denn mehr alseinen kann es nicht geben.