Band 
Sechster und letzter Band.
Seite
208
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Sollte die Freiheit in dem Vermögen bestehen,entgegengesetzte Dinge zu wählen? Nur deßwegen,und in so fern wir dieses können, sind wirnicht frei. Weil uns der Abend die Empfindungen,Entschlüsse, Ansichten raubt, die wir des Morgenshatten, weil wir unsere eigenen Wünsche, unsernCharakter, unsere Person nicht fest halten kön-nen; weil Regen und Sonnenschein, Gesundheit undKrankheit uns durch und durch verändern, deßwe-gen klagen wir über Sklaverei. Wäre der Menschimmer gleiches Sinnes, so behielte seine Vernunftihren geraden Gang, und es würde ihm nicht ein-fallen können, daß er nicht frei sey.

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Durch jeden Sinneneindruck werden wir vonuns selbst geschieden, und nie werden wir von uns

selbst geschieden durch freie Wirksamkeit.

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Aller Glaube ist unwillkührliche Hingebung desGeistes an eine Vorstellung von Wahrheit.

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Wo hat die Natur ein Ende? Sie hat einEnde da, wo die Freiheit anhebt. Gerade dieses