Band 
Sechster und letzter Band.
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gilt nicht blos von Philosophen, es gilt von allen Gat-tungen Menschen. Wie verstehen diejenigen Leutenicht, und wenn es Leute aus dem Pöbel wären, vondenen wir urtheilen, sie denken, sie glauben etwas un-gereimtes; wir bestimmen nicht mit der erforderlichenGenauigkeit ihre Ideen, und derselben Verhältnisseunter untereinander; wir merken nicht, daß sie undwir mit ebendenselben Worten, nicht einerlei undgleichviel Begriffe verbinden; daß folglich beimSchall eben dieser Worte ganz andre Dinge von ihremVerstände, als vor dem unsern, schweben, und ausderselben Verbindung ganz verschiedene, oft entgegenge-setzte Resultate entspringen müssen, ohne daß darumweder der eine noch der andere die mindeste Unrichtig-keit im Schließen begangen hat.

Ich darf, des Raums wegen, diese Gedanken hiernicht weiter entwickeln; sonst sollten Sie nach aller^^Strenge bewiesen sehen, daß schlechterdings keine un-wahre Idee in irgend einem Geiste Platz finden könne,und daß sogar der Tollhäusler eben so richtig schließe,als der größte Philosoph. Hingegen ist nicht wenigerunläugbar, daß der Mensch eine gewisse bestimmteGrenzlinie zwischen wahr und falsch überhaupt anneh-men müsse, weil sonst die ganze Welt für ihn nur einSchlaraffenland, nur ein unzusammenhangendes Schat-tengewirre seyn würde. In der bloß sinnlichen Weltfinden wir diese Linie durch die Sphäre der Betastungbeschrieben. Diejenigen Vorstellungen, welche uns dieDinge, in diese Sphäre der Betastung gebracht, von