Band 
Sechster und letzter Band.
Seite
343
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die Wage halten konnte. Diese hatten nie das Rechtin einer bürgerlichen Sache zu entscheiden. Die Richterlegten sogar, beim Antritt ihres Amts, einen entsetzli-chen Eid ab, der sie verband, dem Könige nicht zu>!gehorchen, im Fall er ihnen beföhle, einen ungerechtenSpruch zu thun. Man glaubt mit vielem Grunde, daß«das Recht, die Steuern auszuschlagen, öder die Abga- -sben zu vertheilen, allein in den Händen der Abgeordnet»ten der Provinzen und der großen Priestercollegiengewesen sey, deren Hauptversammlung im Labyrinth zgeschah.

Der Verfall des ägyptischen Reichs, und alle Uebel,die daraus entsprungen, werden der Vereinigung derzeitlichen Macht mit der geistlichen, auf den Kopf eineseinzigen Mannes, Sethon genannt, zugeschrieben.Wenn neuere Schriftsteller, wie z. B. Rousseau, be-hauptet haben, diese beiden Machte müßten immer ver-einigt seyn, so haben sie mehr beäuget, was einer Re-publik, als was einem monarchischen Staate zuträglichist. In diesem ist der Oberhcrr für sich schon eine sehrwichtige Person; macht man ihn nun überdieß nochzum Priester, so hat man einen Despoten; wie dennChina, Persien, die Türkei, und selbst Zudäa hievondas Beispiel gegeben haben.

Die revisorischen Anmerkungen, welche ich Ihnenin meinem jüngsten Briefe versprach, bekommen Sienicht, weil seit dem der Materialien zuviel gewordensind, und verschiedene darunter vor dem Caduceodes Gottes Merkur, der ein weiser und friedliebender