Band 
Sechster und letzter Band.
Seite
375
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Hungersnöthe, welche irgend ein europäisches Landwährend des jetzigen, oder der zwei letztvergangenenJahrhunderte heimgesucht haben, aufmerksam unter-sucht, (denn von verschiedenen derselben haben wirziemlich zuverlässige Nachrichten,) der wird vermuthlichfinden, daß Theurung niemals aus einer Verbindungder einheimischen Kornhändler mit einander, noch ausirgend einer andern Ursache, als einem wirklichen Man-gel, entstanden ist, der bisweilen, und in einigen beson-dern Gegenden, vielleicht von den Verheerungen desKrieges, in den allermeisten Fällen aber von irgendeinem Mißwachse, oder einem andern Unglücksfalle,z. E. Wetterschaden u. s. w., veranlaßt wurde: unddaß eine Hungersnoth niemals aus irgend einer andernUrsache, als der Gewaltthätigkeit der Regierung ent-standen , die es versuchte, durch untaugliche Mittel denBeschwerlichkeiten einer Theurung abzuhelfen.

Das Interesse eines inländischen Kornhändlers, unddas Interesse des Volks überhaupt, sind, so verschie-den und einander entgegengesetzt sie auch beim erstenAnblicke zu seyn scheinen dürften, doch, und sogar inJahren des größten Mangels, aufs genaueste einerlei.Sein Interesse ist, den Preis seines Getraides so hochzu treiben, als der wirkliche Mangel der Zeit eS erfo-dert; und niemals kann es sein Interesse seyn, ihnnoch höher zu treiben. Durch die Erhöhung des Prei-ses erschwert und schränkt er die Consumtion ein, undnöthigt er jedermann mehr oder weniger, insbesondereaber die niedrigern Stände des Volks, zur Sparsam-