Band 
Sechster und letzter Band.
Seite
427
JPEG-Download
 

427

ich gestehe ferner, daß so bald dasselbe, aus schlie-ßender Weise, als das Einzige erwiesen ist,augenblicklich daraus folgen müsse, was Herr Wiclandzu erweisen sucht, nämlich:

Daß alles recht sey, was wirklich geschehe,

Und daß nichts unrecht sey, als was nicht ge-schehen könne.

Ein glücklicher Gedanke unsers Verfassers"), Crom-weln zur Erläuterung anzuführen. Also: Karl derErste war von göttlichen Rechts wegen Herr vonEngland, und Cromweln lag die heilige Pflicht ob,ihm als Unterthan zu gehorchen. Dennoch stürzteCromwel den Karl vom Thron; und er that recht:denn er war der Stärkere; durfte, vermöge göttlicherGewalt, dem ins Unrecht der mindern Stärkegesunkenen König Karl die heilige Pflicht aufer-legen, sich geduldig enthaupten zu lassen,

Wohl ist demnach ein*) **) Königsmord ein großesVerbrechen — in der Theorie, wenn und so langeer noch nicht vollbracht ist; glücklich vollbracht hingegenkann damit nichts anders geschehen seyn, als was rechtwar.

Und das muß vom besten Könige gelten wie von demschlechtesten: denn***) was wissen wir albernen Kin-der davon, ob man zu hart oder zu gelinde mit uns

*) D. Merk. 1777. S. 131. 132.

**> Ebendas.

***) Eb-ndas. S. 141. 139. 137. u. 138.