Band 
Sechster und letzter Band.
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bürgerliche Verfassung leben alle diejenigen, die wirWilde nennen, und Herr Wieland soll nur eine einzigeRcisebeschreibung oder Nachricht vorweisen, woraus dasGegentheil erhellt. Alle bezeugen einhellig, daß dieeinzelnen Glieder dieser rohen Völkerschaften, in einervollkommenen Unabhängigkeit von einander leben, daßsie von dem Verhältniß zwischen Dbrigkeit und Unter-thanen nicht den entferntesten Begriff haben; daß sievon keinem Zwangsgesetze, von keinem Gehorsam, vonkeinem Unterschied der Stände etwas wissen *). Undhierum kann es Herrn Wieland doch allein zu thunseyn. Folgender Satz soll nämlich herauskommen:Wo nicht einer befiehlt, und die übrigen

*) Man schlage nur Robertsons Geschichte von Ame-rika nach, die in jedermanns Händen ist; insbesondre im I. Th.S. 387. bis 396. der deutschen Uebcrsetzung. „Man bemerktnichts unter ihnen," heißt es S. 393. „was einer ordentlichenRegierungsform ähnlich wäre. Die Wörter Obrigkeit und Unter-than sind nicht gebräuchlich. Jedermann scheint seine natürlicheUnabhängigkeit fast nach ihrem ganzen Umfange ztt genießen.Wird irgend ein gemeinnütziger Entwurf vorgeschlagen, so stehtallen und jeden Mitgliedern der Gesellschaft die Wahl frei, ob siedenselben wollen ausführen helfen oder nicht. Keine Verordnunglegt ihnen irgend einen Dienst als eine Pflicht auf, und keine Straf-gesetze zwingen sie zur Erfüllung derselben. Alle ihre Entschließun-gen sind freiwillig, und fließen aus dem Antriebe ihres eigenenHerzens." — Alle Geschichten der Menschheit, wo sie von rohenVölkerschaften reden, und alle Reisebeschreibungen von Amerika,ohne Ausnahme, sagen eben dasselbe.