Band 
Sechster und letzter Band.
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Alexis.

Das gebe ich zu; aber nicht, falls sie übertriebenund abgeschmackt sind. Ich lasse dem Hesiod und Ho-mer ihre ganze Theogonie hingehen, und was sie vonGöttern erzählen, die sie sich erschaffen und die ich nichtkenne. Aber dergleichen Ausschweifungen über Wesen,die ich kenne, ärgern mich. Denke nur einmal an desHesiod Gemälde von dem goldncn Welralter, wenn erda sagt: „Daß unter der Regierung des Saturn dieMenschen lebten, wie Götter, in einem tiefen Frieden,in einer vollkommenen Ruhe, ohne Arbeit und Mühe;daß ihr Alter gemächlich war; daß sie, immer gleichgestimmt, immer in gleichem Maße auf ihren Festenihrer gegenseitigen Liebe genossen; daß die Erde mitwenig Auswand alle Früchte, die sie nur verlangenkonnten, überflüssig brachte; und daß diese Lieblingeder unsterblichen Götter starben, als würden sie voneinem tiefen Schlaf übermannt." Glaubst Du, meinlieber Diokles, daß die Menschen, mit denen wir leben,die sich einander hassen, verrathen, und sich um desniedrigsten Eigennutzes willen umbringen, einer solchenGlückseligkeit, als Hesiod erzählt, fähig sind?

Diokles.

Nicht die Menschen, mit denen wir lebssn; sonderndie Menschen, die damals lebten.

Alexis.

Glaubst Du, daß die Menschen jener Zeit ein Ge-schlecht wie das unsrige hervorbringen konnten, und