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Diokles-
Glaubst Du, daß Sakrales kein Poet war, unddaß Orpheus, Hesiod und Homer keine Philosophenwaren?
Alexis.
Gerade als Poeten mag ich nichts mit ihnen zuthun haben. Sie vergnügen einige Augenblicke, aberman gewinnt bei ihnen nichts als Traume und Fabeln.Die schöne Wahrheit ist ihrer Natur nach ganz nackend,und aller Zierrath, der sie bedeckt, ist ein Flecken, derihr etwas von ihrem Glänze benimmt.
Diokles.
Mein lieber Alexis, Du vergleichst sie mit derhimmlischen Venus, und darum urtheilest Du so.Verglichest Du sie mit einer heilsamen, aber verhaltm'ß-maßig bittern Arzenei, so würdest Du nichts dawiderhaben, daß man, um sie hinunter zu bringen, Honigund Vergoldung zu Hülfe nehmen müsse. Deine Ver-gleichung mag unter Göttern wahr und richtig seyn;aber meine reimt sich besser mit der Natur sterblicherMenschen,
Alexis.
Das könnte seyn: aber ich beschwere mich nicht überdie Poeten, wenn sie mir in ihrer Sprache Wahrheitenmittheilen; ich bin nur unwillig, wenn sie ihre Einbil-dungen und Träume für Wahrheit ausgeben.
Dio kles.
Wenn ihre Einbildungen und Traume wahrschein-lich sind, so können sie wenigstens Wahrheiten vorstellen.