uns selbst diese Fähigkeit, in jenen glücklichen Augen-blicken des Enthusiasmus, wo wir dem Schooße derNatur einen Funken des Wahren und Schönen entrei-ßen , näher ansehen, so finden wir, daß, was wir vonunserer Seite dabei thun, sehr wenig ist. Wir haltenda nicht mehr den klugen, abgemessenen, und beacht-lichen, mehr oder weniger langsamen oder schnellenSchritt des Verstandes; sondern unsere Bewegung istwie Jupiters Blitz, der in demselben Augenblicke ab-fährt, und trifft. Alles, was wir von unserer Thätig-keit dabei wahrnehmen, ist eine unbestimmte blinde An-strengung , deren Erfolg jene Annäherung von Ideenist. Hierauf tritt der Verstand seine gewöhnliche Arbeitan; er betrachtet, was die mehr gedrängte und conden-sirte Einbildungskraft ihm darbietet, und ahmt es inseinen Ausdrücken treulich nach- Wir wollen anneh-men, Alexis, was doch sehr zweifelhaft ist, daß dieseAnnäherung von Ideen, dieses Zusammendrängen derEinbildungskraft bisweilen einzig und allein die Wir-kung jener unbekannten Anstrengung sey; dennoch bleibtes außer allem Zweifel, daß diese Annäherung sehr oftohne jene Anstrengung sich äußert, und uns hohe Dingeund Wahrheiten sehen läßt, die weit über unsere ge-wöhnliche Fassung gehen. — Wer ist in diesem letztenFalle nun der Urheber, oder die Ursache dieser glückli-chen Annäherung? Wer sonst, als derjenige, der denHomer singen lehrte, und zu Dodona oder Delphi unsmehr oder weniger von einem ungewissen Zukünftigenunterrichtet? Du siehst also, daß die Poesie, sie mag
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