Vorrede zur ersten Ausgabe.*)
(Achon seit mehrern Jahren war der Verfasser vorliegender Sprach-lehre in dem Falle, das Bedürfniß eines zweckmäßigen Leitfadens beidem Unterricht im Französischen zu fühlen. Nicht selten ist daher derWunsch in ihm erwacht, der steten Verlegenheit, in die er sich durchdie Unzulänglichkeit der vorhandenen Hilfsmittel versetzt sah, abhelfenzu können; allein das Abschreckende einer solchen Arbeit, verbundenmit anderweitigen Geschäften, hatte ihn wiederholt von der Ausführungseines Vorhabens abgehalten, Jetzt endlich, da jene Schwierigkeitenüberwunden, und die verschiedenen Hindernisse, welche sich Anfangsdem Unternehmen entgegengestellt hatten, beseitigt sind, hofft er durchBekanntmachung dieser seiner Arbeit sowohl einen Beitrag zur Beför-derung des französischen Unterrichts in öffentlichen Anstalten und Schu-len überhaupt zu liefern, als auch allen Privatlehrern einen nicht un-willkommenen Dienst zu erzeigen. Eine schickliche Verbindung der Theo-rie mit der Praxis, welche letztere mit der ersteren immer Schritt hal-ten soll, ist die Grundlage, worauf man in diesem Lehrbuche zu bauengetrachtet hat, und ohne welche, wie die Erfahrung sattsam beweisetkeine Sprache, am wenigsten eine lebendige, gründlich und schnellerlernt werden kann. Die Vernachläßigung dieses wichtigen Punktes,so wie ein gleiches Maß der Ausführlichkeit bei Behandlung allerAbschnitte, sie mögen nun von der deutschen Wortfügung abweichenoder nicht, sind zwei Hauptfehler mancher schon vorhandenen, wennauch sonst vorzüglichern französischen Sprachlehren. Auch das Langwei-lige und zugleich Unpassende der Beispiele, ja der oft abgeschmackt-läppische Inhalt vieler Aufgaben, welcher verschiedene Lehrbücher die-ser Art verunstaltet, ist eben nicht sehr geeignet, eine Sprachlehreals brauchbar und zweckmäßig zu empfehlen, und in dieser Hinsichthofft man ebenfalls, werde gegenwärtige Anleitung wohl den meistenandern an die Seite gestellt werden dürfen? Manche Grammatik istkurz und unvollständig über Dinge, welche dem Deutschen die größtenSchwierigkeiten verursachen, wie z. B. über die Stellung der con-struirten Fürwörter, den Gebrauch der Zeiten des Indicatif', undüber die Anwendung des tlonzono.tif, welche Punkte nur durchwenige, und dabei größten Theils unbrauchbare Beispiele erläutertsind, während sie andere, namentlich die zueignenden und zeigendenFürwörter u. dgl. mit der größten Weitläufigkeit abhandelt. Auchkann es mit Recht als eine Unvollkommenheit mehrerer, sonst garnicht verdienftloser Sprachlehren angeführt werden, daß darin jederAbschnitt ausschließlich für sich allein, ohne alle Beziehung auf an-
*) Alle Vorreden erscheinen nur noch Ihrem wesentlichen Inhalt nach,da sie einen zu großen Raum einnahmen.