Band 
Erster Band. Alte Welt.
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Geschmack, lehrt auf alle Folgen hin heim Studium der einzelnenGeschichten die Begebenheiten richtig auffassen, würdigen, ordnen,und gibt auch der Auswahl solcher besondere» Studien oder sol-cher zum besonderen Anbau zu erlesenden Felder eine vernünftigeRichtung.

Weltgeschichte ist nicht minder die unerläßliche Vorbereitungzur Philosophie der Geschichte, d. h. zur Bedingung allesGeistes und Lebens, aller Bedeutung und edlern Brauchbarkeitder Geschichte.

Philosophie derGeschichte ist nämlich daS, waS sie auSeinem unfruchtbaren Gedächtnißschatz in Nahrung für Kopf »ndHerz verwandelt, oder das, waS sie zur wahren Wissenschaftmacht. Ohne philosophischen Blick ist weder fruchtbringende For-schung, noch Studium oder Beurtheilung der Geschichte gedenkbar.Gewöhnlich rechnet mau insbesondere dahin: a) die Beurtheilungder Wichtigkeit und "Glaubwürdigkeit der Facten; l>) dieBekanntschaft mit Ursachen und Folgen derselben; und endlichc) den vernünftigen und nützlichen Gebrauch dieser Kenntnisseim Privat- und öffentlichen Leben. Es finden hier also Logik,Psychologie, Anthropologie und die meisten andern Zweigeder gesanunte» spekulativen und p raktischeuPhilosophie, vor-züglich die Rechts- und Staatslehre eine mannigfaltige jaunentbehrliche Anwendung, und heißen in eben dieser Anwendungund zugleich in der Benützung der Geschichte zu ihrer eigenenAufhellung und Bereicherung — Philosophie der Geschichte. Über-haupt ist die Geschichte der würdigste und unerschöpflichste Stoffdes Philosophirens: doch hört er auf, es zu seyn, sobald er nicktlauter ist. Es darf also die Geschickte in ihrer Forschung undDarstellung von keinem philosophischen Systeme abhängig seyn,oder Partei für irgend eines nehmen. Ihr alleiniger Gegenstandist: Darstellung des Geschehenen. Zu welchen Resultatendieses führen werde, ob zu Ansichten der fortschreitenden Veredlungoder Verschlimmerung unseres Geschlecktes, oder des DerharrenSaus einem und demselben Punkte; ob zum Beweis der Naturnoth-wendigkeit, des Fatalismus oder der Freiheit in den menschlichenDingen, und eines göttlichen Erziehnngsplanes für unser Ge-schlecht — das weiß sie nicht; aber aus ihren Ueberlieferungen