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wird die Weltgeschichte das gehörige Mittel halten Mischen einerzu sehr idealstchen oder auch raisonnirendenDarstellung und einerbloßen trockenen Sammlung, zwei entgegengesetzten Abwegen,, welchen jedoch auch gute Schriftsteller sich oft mehr oder wenigernähern.
Die Ansichten, welche die Betrachtung der Menschengeschichteund des Weltlaufes iin Großen darbietet, sind so erhebend fürdas Gemüth, daß durch sie gar leicht die Imagination, besondersin den empfänglichern Jngendjahren, fortgerißen wird, und mannur ungern mehr den ruhigern Forschungen des Verstandes, denbesonnenen Erwägungen der Vernunft bei der Betrachtung undDarstellung der Begebenheiten folgen mag. Von stolzer, oftmalsschwindelnder Höhe herab sieht man keine einzelnen Thatsachenmehr, sondern nur die allgemeinen Verhältnisse des Geschlechtesin großen, in einander schmelzenden Massen, die man wobt garnach Träumen einer erwärmten Phantasie, oder nach beliebtenIdeen a priorl ordnet und verbindet. Dergleichen Darstellungenmögen anziehend, oft aych lehrreich seyn; aber sie sind nicht gründ-liche Weltgeschichte.
Auf der andern Seite lassen sich Viele durch die Liebe zurVollständigkeit verleiten, die größtmögliche Menge von Begeben-heiten in ihre Weltgeschichte aufzunehmen, und sonach diese zugleichzum Auszug aus sämmtlichen Specialgeschichten zumachen. Auch solche Werke — wie denn mehrere ausgezeichneteGelehrte deren geliefert haben — sind verdienstvoll und von aus-gebreitetem Nutzen: ja sie erfüllen zwei Zwecke statt eines. Beidejedoch nur unvollkommen. Denn, mag man auch mit Reinerdie Erzählung wie immer zusammen drängen, mag man mitBeckdas Allgemeinere in den Text, und das Speciellere in die No-ten werfen; immer wird das gehäufte Detail die fortwährendeAufmerksamkeit auf das Ganze verhindern, und die Betrachtungdes Allgemeinen zu oft den Faden der einzelnen Geschichten un-terbrechen. Es wird solchen Werken immer an Einheit man-geln, und zwar an Einheit des Gegenstandes, des Zweckesund der Darstellung. Seyen sie daher reiche Magazine vonhistorischen Kenntnissen; — systematisch verbundene Welt-geschichte sind sie nicht.