Band 
Erster Band. Alte Welt.
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lei begünstigenden Umständen, ergießt sich der Nil alljährlich überdas ägyptische Land. Alsdann erscheint dasselbe wie ein weitesMeer, aus welchen: Städte und Dörfer als Inseln emporragen.Wenn aber die Wasser zurück in ihre Ufer kehren, so blüht auSde»: düngenden Schlamme das üppigst- Pflanzenleben auf, undAegypten ist einen: unermeßlichen, herrlichen Garten gleich, Ne-ben mancher eigenthümlichen, kostbaren Pflanze wuchern hier all-feineren Getreidearten, mehrere Südfrüchte und die köstlichstenGartengewächse, ein Acker gibt jährlich yn'hrere Aerndten, undfast mögen wir Herohpt gla.uben, daß Aegypten (späterhin dieKornkammer Roms und Konstantinopels) einstens 20,000Orlschaften zählte. Aus diesen Gefilden des Segens stammt gleich-wohl die Pest; sey es, daß der faulende Nilschlamm giftige Dünsteerzeugte, oder der furchtbare sirbo irische See (eine ehedessenweit in's Land gehende Bucht des Mittelmeeres an der asia-tischen Grenze) sie aushauchte; genug, schon oftmals ist vonAegypten die Pest, verheerend für Morgenland und Abendland,ausgegangen.

Ganz Nordafrika, mit Ausnahme Aegyptens, hatte zuseinen Urbewohnern die libyschen Völker, von denen bei denGriechen der Welttheil selbst den Namen Libya trug, und derenNachkommen noch heute unter der Benennung der Berbern,Tibbos und Tuariks zwischen und südlich an den später einge-wanderten Mauren bis zu den Nigerländern wohnen. Diemeisten dieser Völker von Cyrenaika an über die Gyrtenlän-der, über das Karthagische Gebiet, über Nnmidien undMauretanien bis zum atlantischen Meer schwärmten nomadischherum; nur in: nähern karthagischen Gebiet lernten sie Ackerbautreiben. Diese ganze nördlichste Strecke von Afrika macht nachHerodot das bewohnte Libyen — h. z. T. die Berber ei —aus; die zunächst in: Süden angrenzende Strecke heißt bei dem-selben das thierr eiche, und eine dritte noch weiter in Südendas sandige Libyen. Die erste dieser beiden Regionen, — Gä-tulia bei den spätern Geographen, und heute Biledulgerid (Be-lad al Ierid, das Dattelland) geheißen — wird meist durch dielange Gebirgskette gebildet, welche fast parallel den Küsten desMittelmeereS durch Nordafrika zieht, in Westen den Namen des