Band 
Erster Band. Alte Welt.
Seite
142
JPEG-Download
 

denen die frühere Kultur dieser Gegend und der Name Groß'g riechen land herrührt. — In dem mittlern Italien aber ver-mischten sich gallische und iberische mit griechischen Stäm-men, und wahrscheinlich auch mit verschiedenen asiatischen undafrikanischen Kolonien. Ihre Einwanderung fällt jedoch i»dunkle, znm Theil vorhistorische Zeiten, und es ruht überhaupt ausihrer Abstammung und auf ihren Schicksalen sogar noch in spä-tern Zeiten ein undurchdringliches Dunkel. Doch würden wir,selbst wenn wir deutlich sähen, an dem Treiben dieser halbrobenStämme mir wenig Interesse und Belehrung finden. Nur einVolk zieht unter den vielen italischen Stämmen durch seine früheBildung und einen eigenen, merkwürdigen Charakter die Blicke desWelthistorikers auf sich. Die Etrusker sind dieses Volk. Donihnen demnach und dann von den Lateinern, aus deren Sckoosedie Römer entsprangen, müssen wir einige Kenntniß nehmen.

Die Etrurier, Etrusker, Tusken, später auch Tvrrhe-ner, wahrscheinlich von einer zu ihnen gekommenen PelaSgi-schen Kolonie, genannt, waren wohl der Hauptmasse nach einnordischer, Europa zugebildeter, man glaubt iberischer,Stamm. Sie herrschten einst von der Tiber bis in die Alpen,hatten ihre Kolonien über Süditalien und die kleinern Insel»deS Mittelmeeres ausgebreitet, und waren schon zu den Zeitendes trojanischen Kriegs durch Handel und Schiffsahrt und durchihre Kenntniß göttlicher und menschlicher Dinge berühmt. IhreReligionsform ist die Grundlage der Römischen worden, ihrAlphabet ist in allen europäischen Alphabeten kenntlich. Früherals die Griechen haben sie die Grundsätze einer freien Verfas-sung aufgefunden, früher als diese eine rechtliche und humaneGesetzgebung besessen, früher endlich alle mechanischen und schö-nen Künste betrieben. Dennoch hat ihre Kultur nie die späteregriechische erreicht. Ihr düsterer Nationalcharakter und politi-sche Unfälle verhinderten es. Das reiche Po-Thal wurde ihnendurch die Gallier entrissen. Bellovesus mit sieben Stämmenzog von der Rhone auö über die Alpen, schlug die EtruSker,und erbaute Mailand. Ein Theil der Geschlagenen verbarg sichin die Gebirge Hohenrhätiens. Später wurden die südliche»Niederlassungen eine Beute der Sainniter; und endlich stürzte