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hängt mit dem großen Gebirgsrücken Mittelasiens — kam eineMongolische Horde — freilich in vorhistorischen Zeiten — aberdennoch gewiß, wie ein Blick auf die Karte und die Verglei-chnng der Schädel zeigt, — herab in das weite, wohl bewässerteLand, das ringsum von Meeren oder von hohen Gebirgen undWüsten begrenzt, ausgedehnt genug, um die größte Volksmengezu fassen, und reich genug an allen Naturerzeugnissen, um keinesandern Landes zu bedürfen, bald eine eigene Welt für sich bil-dete, und der ganz abgesonderte Schauplatz eines eigenen Gangesder Menschenkultur ward. Ein wenig erfreulicher Schauplatz!Denn es erhob sich allmälig auS den vielen kleinern Staaten, inwelche Sina lange getheilt war, die Herrschaft eines Einzigenüber das weite Reich, eine Universalmonarchie i» der Sine-sischen Welt, eine Niedertretung aller Freiheit und alles RechtSdurch die Erhabenheit deS Einen. Denn der Kaiser ist das BildGottes auf Erden, der Sohn des Himmels, der heilige und er-habene Beherrscher (Tien, wie Gott selbst, genannt) und deroberste, ja gewissermaßen der einzige Priester des Reiches. Wennaber in andern Staaten die Despotie durch Religion gemäßigtwurde, so erhielt sie in Sina hierdurch gerade ihre fürchterlichsteStärke. Denn der Kaiser ist zugleich das Familienhaupt deSgroßen sinesischen Volkes, und die nach Mongolischer Sitte be-stehende väterliche Despotie, (welche jedoch im eigentlichenFamilienkreise durch das Naturgefühl gemäßigt, bei der Ausbrei-tung über ein weites Reich aber zur schrankenlosen Tyrannei wird),erhält hier noch den Charakter der Heiligkeit. Der Despot wirdnicht nur gefürchtet, sondern angebetet; gegen ihn sind alle imVolk in gleicher Erniedrigung, und unter dem Volke selbst giltkein anderer Rang, als der Abglanz der kaiserlichen Majestät.
Von dieser Zeit an scheint die Kultur des Volkes stille ge-standen, und seinem Charakter jene Werthlosigkeit und Apathieeingedrückt worden zu seyn, welche sogar die Möglichkeit einesweitem Fortschrittes aufhob, und die Sinesen, wiewohl sie anKunstfertigkeit und Erfindungen, und selbst an Schristgelehrsam-keit — freilich nur eine unbehilsliche Schrift! — vor vielen ander»Völkern einen bedeutenden Dorsprung errungen hatten, für Jahr-tausende zu dem beklagenswerthesten und schmählichsten Zustand