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Erster Band. Alte Welt.
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und Civilisation — die von ihm auf viele Völker flößen, wurdentheuer, durch Ströme von Blut und Vernichtung der Nationali-tät, erkauft; und Rom selbst wurde seiner Herrschaft nicht froh.Je ausgedehnter ein Staat ist, desto energischer, desto concentrir-ter muß seine Regierung seyn. Die Gebieterin der Welt konnteschon als solche nicht Republik mehr bleiben. Inneres Verderb-nis Mangel des Gleichgewichts der Gewalten, Uebermaaß desPrivatreichthums, einzelne herrische Charaktere n. s. w. beschleu-nigten den Untergang der Freiheit. Von Faktionen stürmisch be-wegt, durch langwierige Bürgerkriege zerfleischt, von allen Schreck-nissen der Anarchie und der Wuth siegender Parteien heimgesucht,fand Rom zuletzt in der schrankenlosen Macht eines Einzigenein vergleichungsweises Glück. Mit der Schlacht bei Actium er-losch auf lange Zeit, in den schönsten und wichtigsten Ländern derErde, der Name, der Begriff der Freiheit.

Weit lebhafter, weit mannigfaltiger als im vorigen Zeitraum,war jetzt der Völkerverkehr. Aber, den verbreiteten Handelabgerechnet, waren es meist feindselige Verhältnisse, die ausden vermehrten Berührungspunkten entsprangen. Im Orient istvielfältiger Wechsel der Herrschaft. Aber meist gibt blos dasSchwert, ohne Künste der Politik, die Entscheidung. Nur ein-zelne Regierungen und später der Einfluß Roms machen Ausnah-men davon. Am Abendlande dagegen bleibt durch die Mengeder Staaten, durch ihr regeres Leben, durch ihre kvmplicirten Ver-hältnisse, der äußern Politik nicht ininder als der innern einweites Feld geöffnet. Die vielen griechischen Republiken, ne-ben einander in den mannigfaltigsten Lagen bestehend, sieb in Bünd-nisse zu sammeln, aber jede ihr eignes Interesse behaltend, undgegen die übrigen stets eifersüchtig und wachsam, welch' ein Tu»''melplatz der ausübenden Staatsklugheit für die Griecben selbstund für ihre Feinde! — Auch waren die Griechen und späterdie Macedonier allerdings in der Politik vortreffliche Meistertaber die kalten Vorschriften derselben, wiewohl man sie gründlichkannte, wurden häufig hintangesetzt aus Leidenschaft und Verblen-dung. Selten war dieß bei den Römern der Fall, deren Poli-tik durchaus die feinste, beharrlichste, siegreichste, aber freilich auchdie ungerechteste, ränkevollste und verworfenste von allen war. Dir