Band 
Erster Band. Alte Welt.
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Eroberung der Welt war »och mehr das Werk des Senats alsder Legionen, und die römischen Unterhändler gefährlicher als dieFeldherren. Es gibt kaum eine Staatsverhandlung der hochver-feinten neuen und neuesten Zeiten, zu der nicht in der RömischenGeschichte ein Vorbild oder Seitenstück zu finden wäre. Und sofind auch die — größtentheils mißlungenen — Plane und Kombi-nationen der Feinde Roms, ihre oft unklugen, oft unglücklichenBestrebungen, ihre Vereinzelung und beschränkte Selbstsucht, ihrMangel an Konsequenz, Festigkeit und Zusammenhalten, ein lehr-reicher, warnender und erklärender Spiegel.

Summe der Kulturgeschichte.

Allmälig gewinnt die Kultur eine schönere Gestalt, undbreitet sich aus über die Länder der Erde. Zwei Völker, Grie-chen und Römer, sind es vorzüglich, welche den Ruhm untersich theilen, Stifter und Beförderer dieser wohlthätigen Revolu-tion gewesen zu seyn. Das Eine, bei welchem die Kultur alseinheimische Pflanze sich üppig entfaltet; das Andere, bei wel-chem sie zwar als fremde, aber wohlgepflegte Frucht gedeiht.Auch wird ihr Saame, von dem Einen durch Unterricht, vondem Andern durch Machtgebot, weiter ausgestreut, und keimtringsum vielversprechend auf: aber nicht, um allsogleich zu reifen,sondern, um (wie wir in der Folge sehen werden), nach vorüber-üegangenem, langen Winterfrost und Stürmen, spätern Geschlech-tern noch eine nährende Aernte zu bringen.

Daß die Kultur eine einheimische Pflanze in Griechen-land gewesen, ist in dem Sinne zu verstehen, daß, wenn auchder Same dazu von außen kam, er sich doch in Griechischem Boden«»d nach der Natur desselben auf eine andere und schönereWeise entwickelte, als solches im alten Mutterlande geschehen. Hier-von mögen, außer den auf klim ati sch e Beschaffenheit und auf dieörtliche Lage sich gründenden Ursachen, als die allerwichtigste,ö" Freiheit genannt werden, sie, die Mutter und Pflegerinalles Großen und Schönen. — Kein Volk der alten Welt, selbstbas Römische nicht, hat so viel Sinn dafür als das GriechischeDessen. Nicht nur die Verfassungen waren frei; die Denk-