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Streichen blutete. Der erstaunte Artaxerres übte Großmuth andein Flüchtling, und wies ihm zum Unterhalt die Einkünfte dreierStädte an.
In Athen waren jetzt Aristides und Cimon Führer desVolkes, und niemals hat es vortrefflichere gegeben. Es ist eineschöne und seltene Erscheinung, die reinste Tugend vereinbart mitZläiizendem politischen Talent anzutreffen.
Man hatte beschlossen, daß zur Fortführung des Perserkriegseine Buudeskaffe durch die Beiträge der Allürten gebildet, undunter der Oberaufsicht Athens in dem durch die Religion gehei-ligten Delos sollte verwahrt werden. Durch ein allgemeinesEompromiß wurde Aristides ernannt, die Beiträge zu bestimmen,und Alle fanden seine Bestimmung gerecht. Viele Jahre verwal-tete er den öffentlichen Schatz,'und starb so arm, daß seine Leicheauf Gemeindekosten mußte bestattet werden. Seine Nachfolger er-füllten, wie Plutarch sagt, ihre Stadt mit Schätzen und Kunst-werken: Er suchte sie reich an Tugend zu machen.
Der liebenswürdige Held Cimon nahm ihn in vielen Din-gen zum Muster. Er glich Aristides an Talent und Bildung,an Patriotismus und umfassender Kenntniß der Geschäfte. AnKriegsruhm übertraf er ihn noch. Aber Aristides Mäßigungund hohe Sitteneinfalt hatte er nicht. Die Siege, die er fürAthen erfocht, ließ er auch zur eigenen Bereicherung dienen.Das geschmackvolle, den Künsten freundliche Leben, das er inVallästen und reichgeschmückten Gärten führte, war — ungeachtetEr auf die liberalste Weise alle Bürger zum Mitgenusse rief —dennoch der republikanischen Sitte gefährlich; und die Bundesge-Uossen, denen er das Uebergewicht Athens auf eine strenge Weise?u empfinden gab, mochten in das vielstimmige Lob seiner Tu-gend den Mißlaut gerechter Klage mischen.
Denn Athen, von seinem Ruhm berauscht, und seine Kräftefühlend, wandelte allmälig den Ton des anführenden Staates injenen des Herrschers um, strafte den Widerstand als Empörung,und legte den europäischen Festlands- und Insel-Griechen zum^heil ein härteres Joch auf, als jenes war, von welchem dieKleinasiatischen befreit werden sollten.
Doch kann nicht geläugnet werden, daß, so lange Athen vor-