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Blut. Dagegen hatten die Athener Amphipolis gegen Dra-sidas verloren. Diese Stadt wieder zu gewinnen, zog Kleon,«in Gerber seines Gewerbes, aber beliebter Staatsredner, miteinem Heere dahin. Ein Treffen wurde geliefert, worin Kleonund Brasidas blieben, aber die Athener großen Verlust litte».Dieß machte sie geneigt, den Friedensvorschlägen Gebor zu ge-ben, welche die um das Loos ihrer gefangenen Mitbürger besorg-ten Spartaner thaten. NiciaS, ein einsichtsvoller, kriegserfah-rener, aber sanfter, ächt griechisch denkender Bürger, bestärktesie in diesen Gesinnungen, und es wurde ein nach seinem Namenbenannter Stillstand auf 50 Jahre geschlossen (5561), welcher je-doch weder allgemein noch dauernd war.
A l c i b i a d e s.
Denn die unausgeglichenen Interessen verschiedener Bundes-genossen, die Allianz Athens mitArgos, Mantinea und Elis,vorzüglich aber die schändlichen Intriguen deS Alcibiades, brach-ten bald dessen Bruch zuwege (5563). Dieser außerordentliche Mannfing jetzt seine merkwürdige Rolle an. Von vornehmer Abkunft,und Perikles Neffe, reich, talentvoll, gebildet durch eine vortreff-liche Erziehung und die Lehren des Sokrates, schon und liebens-würdig, aber eitel, frivol, wollüstig, nach Ruhm und nach Herr-schaft dürstend, schien er in sich alle Tugenden und alle Laster invollem Maaße zu vereinen, und gleich geschickt zu seyn, einenStaat glücklich zu machen, und ihn zu verderben. Das Verhäng-nis; Griechenlands schien an die Person dieses einen Mannes ge-knüpft, und mehr als einmal wurde blos durch das Gewicht sei-nes Talentes die Schale Athens oder Sparta's zum Sinken ge-bracht. Aber sein Einfluß beschränkte sich nicht auf die Leitungder großen Geschäfte; er drang in alle Verhältnisse des bürger-lichen und häuslichen Lebens ein, und brachte durch die Machtund den Mißbrauch eines gefährlichen Beispiels i» Sitten undGrundsätze», und in der gesammten Denk- und Handlungsweiseder Athener eine merkwürdige, meist verderbliche, Umwälzunghervor.
Die wichtigste Unternehmung des ganzen Peloponnesische»