Band 
Erster Band. Alte Welt.
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besaßen keinen Gelneinsinn, keine Vaterlandsliebe mehr. Es Hüttesich die republikanische Strenge in Weichheit und Ueppigkeit aus-gelöst, engherziger Egoismus den Eifer für's allgemeine Wohlverdrängt, einheimische Zwietracht die edelsten Kräfte verzehrt.Die Griechen vermochten nicht mehr frei und selbstständig zu seyn,weil sie aufgehört hatten, es zu verdienen. Gleichwohl war die-ses Volkes Besiegung ein gigantisches Unternehmen für den Für-sten Maeedoniens, dessen Dorsalsten es sich zur Ehre gerech-net hatten, in die Liste der Athenischen Bürger eingetragen zuwerden, und dessen Thron eine geraume Zeit von der Gnade The-bens abbing. ES konnte in dem Gemüth der Griechen, wasVaterlandsliebe nicht mehr that, durch kleinere, näher liegendeInteressen bewirkt werden; ja, es mochten die Feuerworte einesDemosthenes auch den Trägsten zu männlichen Entschlüssen be-geistern ; und e i n Augenblick der Eintracht unter dem Griechen-volk mußte Macedoniens Macht in ihrem Entstehen zertrümmern.Diesen gefürchteten Augenblick hintanzuhalten, war Philipps an-gelegenste Sorge, und daß es ihm gelang, der Triumph der po-litischen Gewandtheit, der Beharrlichkeit und der undurchdringli-chen Verstellung. Da der Name und der Einfluß eines Barba-ren gehässig war, so suchte er sich für einen Hellenen geltend?u machen, und durch Sprache und Sitte als solchen zu bewäh-ren. In allen Städten gewann er Anhänger, besonders unterbe» öffentlichen Rednern, indem er sie durch Schmeichelei oderbeschenke bestach, oder auch durch Darleihen, die er nahm, undchr Interesse mit dein seinigen verknüpfte. Er streute MißtrauenUnd Zwietracht unter die Griechischen Völker, hielt die einendurch Versprechungen und Einräumungen kleiner Vortheile hin,beschäftigte die andern durch Erregung einheimischer Fehden, undsiegte sie alle durch scheinbare Mäßigung in gefährliche Sicherheit

Wo er sich in die Griechischen Angelegenheiten mischte, dathat er's gerufen, als Vermittler, Schützer oder Vollstreckerd^ öffentlichen Beschlüsse.

So wurde er von den Stammhäuptern der Thessalier, den^leuaden, gegen Lykophron, den Tyrannen vonPhera, zu^ilfe gerufen. Er besiegte diesen (5652), und gebot nun selbstThessalien. Bald nachher baten ihn die Thebaner um Bei-Rotteck, A. Weltg. >-