Band 
Erster Band. Alte Welt.
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dere Gestalt seiner Verfassung, Religion und Sitte, hat nun grdß-tentheils aufgehört. Aegypten hatte unter der Persischen Herr»schaft in wiederholten Empörungen (unter Darius Hystaspis, Ar»taxerxes l. und Darius II. bis Ochus) seinen Eifer für Nationa-lität und seinen Haß gegen auswärtige, aufgedrungene Einrich»tung bewiesen: aber Alexander hatte in der Gründung einerneuen Hauptstadt das Mittel zur friedlichen Umformung der Na»tion gefunden. Denn von Alerandrien, dessen Bevölkerungmehr aus Macedoniern, Griechen, Juden und andern Fremdlin-gen als aus Eingebornen bestand, und welches frei blieb vomEinfluß der Priesterkaste, ging allmälig ein neuer Ton unter dasVolk aus; und die alte Weife ward um so sicherer verdrängt, da keindirektes Gesetz und keine verhaßte Gewalt zum Widerstreben auf-forderten. In der ganzen Periode der Ptolemäischen Herrschaftist kaum einmal vom Aegyptischen Volk die Rede. Die Re-volutionen der Hauptstadt und des regierenden Hauses machenseine Geschichte aus.

Ptolemäus, der angebliche Sohn des Lagus, war derStifter der Königsfamilie, welche dreihundert Jahre lang, vonAlexanders Tod bis nach Oktavianus Sieg bei Aktium, übetAegypten herrschte. Dieser weiseste, mächtigste, klügste unter denAlexandrischen Feldherren, dehnte seine Macht durch Unterhand-lung und Waffengewalt, in Judäa, Cölesyrien, Phönizien,Cvprus und einen Theil der Kleinasiatischen Küste, i»Afrika aber über Cyrene, das benachbarte Libyen und dasAethivpische Grenzland aus. Den also erweiterten Staat ver-waltete er mit Kraft und Güte, verherrlichte die Hauptstadt durchPrächtige Bauwerke, hob die Wissenschaften und den Handel,nach dem großen Plan Alexanders, welcher Aegypten zu dessenHauptsitz zu machen gedachte, und setzte jene Regiermigsgrund-sätze fest, welche ihren Hauptzügen nach von allen seinen Nachfol-gern, selbst den sonst unwürdigem, beobachtet worden, und dieQuelle eines dauernden Wohlstandes in seinem Reiche gewesen sind-

Vierzig Jahre währte seine Herrschaft, und nach ihm weiterdurch sechzig Jahre, unter seinem Sohn und Enkel Philadel-phus ( 5700 ) und Ev e rg etes ( 3757 ), genoß Aegypten ein gleichtGlück. Doch war Philadelphus fast ausschließend auf die Frie»