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Erster Band. Alte Welt.
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Geschichte Siciliens und Karthago's.

Bevor wir die Geschichte der hochwichtigen punischenKriege erzählen, müssen wir einen Blick werfen auf die Auge«legenheiten Siciliens, welche den nächsten Anlaß zur Fehdezwischen Rom und Karthago gaben, und auf die KarthagischeGeschichte selbst.

Unter allen auswärtigen Ländern, auf welche die Karthagernach Begründung ihrer Macht in Afrika, verlangende Blicke war-fen, war keines, wornach sie heftiger und beharrlicher strebten,als Sicilien. Schon frühe waren die alten Phonizischeu Ko-lonien auf der sicilischen Küste unter den Schuh, daher auch un-ter die Hoheit Karthago's gekommen. Der vielgetheilte Zu-stand und die unaufhörlichen innern Bewegungen der Insel begün-stigten die Erweiterung der fremden Herrschaft. Aber die grie-chischen Kolonien, welche um ihre Freiheit zitterten, strebten mitaller Kraft derselben entgegen, und die ganze griechische Nation,welche die Karthager als Barbaren und als Handelsrivalen haßte,war geneigt, jene Bestrebungen zu unterstützen. Als Karthagospäter nicht sowohl gegen die Freiheit der griechischen Städte, alsgegen die Uebermacht Stzrakusens stritt, so gewann der Kampf«in noch höheres, welthistorisches Interesse. Hätte Syrakus —'wie es im Plan seiner Fürsten lag — ganz Sicilien nebst Groß-griechenland zu einer Macht vereint; Karthago wäre derselbenerlegen, und Rom hätte schwerlich aufkommen mögen. WäreKarthago Gebieterin Siciliens worden, so hätte seine Herrschafteinen festen Grund erlangt, und Rom hätte sie nicht gestürzt.

Nach der großen Niederlage, welche K. Gelol. von Syra-kus den Karthagern als den Verbündeten des Lerxes beiHime-ra (3504) beibrachte, wagten sie siebzig Jahre lang keinen neuenVersuch, und schränkten sich auf wenige Küstenplähe ein, welchein ihrem abhängigen Zustande mit den griechischen Freistaatennicht wetteifern konnten. Aber sie stärkten sich indessen durch Be-festigung ihrer Macht in den übrigen Inseln, und in Afrika selbst-Das Haus des Mago war es, welches von Cambyses Zeitenan, durch mehr als hundert Jahre, an der Spitze ihres Staates