tet. Ihnen Zuflucht zu geben, galt für Hochverrath. Die Hen-ker waren den Triumvirn vorangezogen. Das Morden begannin der Nacht, welche mit gleichem Schleier die Gräuel der Ty-rannei wie die Wuth der Privatleidenschaften deckte. Am Mor-gen zogen die Triumvirn, jeder mit eine», Truppencorps, in diebluttriefende Stadt. Unter dem Zujauchzen der Soldaten warder Bund geschlossen worden; nun kamen sie, die Erstlinge desRaubs zu verschlingen.
Sch lachten von Philipp i.
Indessen hatten die Häupter der Verschworenen im Orienteine große Macht gesammelt. Bald war Syrien, Kleinasien, derganze Orient für die Freiheit gewonnen. Klevpatra, die Freun-din der Triumvirn, wurde geschreckt; Macedonien, Griechen-land durch Brutus behauptet. Dieser war dabei unabläßig be-müht, die Leiden des Krieges zu mildern, und verschmähte harteMaßregeln, selbst wenn die gerechteste Rache und auch die Klug-heit sie zu heischen schienen. Während Cassius die Mittel desKriegs in reicher Fülle aus den Provinzen zog, blieb Brutus,der alle Erpressungen scheute, arm und bei allen Siegen in Be-drängnis;.
In. den Feldern von Philippi, in Macedonien, wurde zu»'letztenmal um die Freiheit gestritten (3942). Hier hatten sich, beiAnnäherung der Triumvirn, Brutus und Cassius gelagert.I» einer ersten Schlacht drang Brutus siegreich in OctaviansLager. Aber auf dem andern Flügel wurde Cassius geschlagen,und todtste sich in voreiliger Verzweiflung. Auch in der zweitenSchlacht errang Brutus Vortheile gegen Octavians Truppen?allein der Ruin des Flügels, welcher gegen Antonius stand, zogauch den seinigen in's Verderben. In dieser Schlacht fiel Cato'§Sohn, seines Vaters würdig, der junge Lucnllus, Horten*sius, Varns und Viele Andere. Edleres Blut und in schöntrein Kampf ist nie geflossen. Brutus, im Geleit weniger Ge*treuen, entrann den Verfolgern. Aber sollte Brutus die Frei*heit überleben? Indem er klagend ausrief: „O Tugend, nicht du