gaben das Beispiel, die übrigen Armeen folgten. Ihre widerstrei-tenden Aissprücbe brachten verderbliche Kriege hervor. WelcheMaaßregeln auch einsichtsvolle und kräftige Fürsten gegen diesesGrnndübel ergriffen — es war unheilbar; immer blieb der Prä?stctus Prätvrio dem Kaiser gefährlich, und jeder General, nachdem Maaß seines Verdienstes, mochte Furcht erwecken. Um so'"ehr, da bei den eingetretenen Veränderungen des Kriegswesensbieder der Name Roms noch die Idee eines gemeinlamen Vater-tandes den Truppen mehr Scheu gebot. Schon längstens warendie weichlichen Römer des Kriegsdienstes entwöhnt, aus Pro-vinz ialen, meist in den wildern Grenzländern, wurden die Le-gionen gebildet, und diese Streiter — zwar auch „Bürger"dem Namen nach, seit Caracalla's Zeit — waren doch ohneInteresse für Rom, das sie nicht kannten, und zum Tbeil vollererbten Hasses gegen dasselbe, oder untereinander. Zuletzt wur-den Barbaren, sogar in ganzen Hansen, und unter ibren eigenenAnführern, in Sold genommen, wodurch denselben der Weg zuden obersten Staatswürden geöffnet, und Gelegenheit zum gefähr-lichsten Verrath gegeben wurde. Die Erhebung der ChristlichenReligion und die Verlegung der Residenz nach Konstantino-pel, da sie alle alten Verhältnisse störten, wurden weitere Gründeder Schwäche; und die Theilung des Reichs — die anfangsnur vorübergehend, dann aber bleibend geschah — vollendete sie.Doch erhielt sich das M oxgenlän dische Reich, durch die Fe-tUgkeit seiner Hauptstadt und andere Umstände, freilich bedrängt,N»d langsam dahinschwindend, bis auf die Dsmanische Zeit:"der das Abendländische erlag jetzt schon seiner eigenen Cr-R)öpfnng und der aus Norden hereinbrechenden Flut.
Germanische Völker waren es, welche unmittelbar dieseKroße Revolution bewirkten, wiewohl auch Asiatische Hordendaran Theil nahinen. Jenseits des Rheins und der Donaudeuten die Römer niemals festen Fuß gewonnen. Die Natur^""e hier in Wäldern und Wildnissen ein starkes Volk aufgezo-gn, welches das morsche Gebäude der Weltherrschaft zertrümmern,neues Geschlecht pflanzen, und den Boden zu einer neuen Lrd-'"'ng Dinge bereiten sollte. Schon in dem Zustand der Ver-"Velung holen die Teutschen den Waffen der Wellbesieger