Band 
Erster Band. Alte Welt.
Seite
333
JPEG-Download
 

333

Uing, welches selbst mir durch seine Centralgewalt Persönlichkeitund lebt. Und was lassen sich also in den einzelnen Pro-vinzen eines solchen, zum sklavischen Gehorsam gewöhnten, Rei-ches für besondere Ereignisse denken, als die zufällige Folge gutervder böser Statthalter, die leidende Theilnahme an den Umwäl-zungen der Hauptstadt, und der blutbezeichnete Lauf feindlicherHeere? — Aber selbst durch ihre Dürftigkeit und traurige Gestaltkann eine Geschichte lehrreich werden; denn sie enthält in treuerDarstellung das Leben der Völker oder ihren Todesschlummer,Und die Gründe von beiden.

Geschichte, von Augusius bis Commodus.

A u g u st u s Regierung.

Weit günstiger als Cäsars Lage nach geendetem Bürgerkriegwar jene deS Octavian nach der Schlacht bei Actinm. Schon>» den Feldern vonPhilippi war die Freiheit zernichtet worden.Ihre letzten Vertheidiger fielen in der Schlacht oder durch Pro-skription. Auch war man der langen Erschütterungen müde, und"erlangte Ruhe um jeden Preis. Nebstdem waren die wichtigstenWürger an das Cäsar'sche Haus durch Dankbarkeit, gegenwärtigesInteresse, oder Hoffnung gefesselt, und den Armen dänchten „Brodk"id Spiele" mehr als die Freiheit werth. Gleichwohl hatte Oc-kwian das Bild des ermordeten Cäsar unabläßig vor Augen,glaubte die Herrschaft nur durch die künstlichste Politik ge->innen und behaupten zu können.

Anfangs äffte er den Senat, an dessen Spitze er sich gestellt^ite, i„id das Volk durch die Erklärung, daß er die höchste Ge-er nur nothgedrungen zur Rettung des Staates über-^wirien, jetzt wieder in den Schooß der republikanischen Autori-"iei, niederzulegen gedenke. Der Senat sollte noch betteln um3och, das ihm bereitet war, und that es; worauf Octavian,einigem Widerstreben, sich gefallen ließ, unter dem Namen^ mit der ausgedehnten Gewalt eines Imperators über alle