Band 
Erster Band. Alte Welt.
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Untergötter bei, und richtet vertrauensvoller an diese sei»Fleh'».

Und unter welchem Bilde stellt der Mensch seinen Gottsich vor? — Anfangs unter Keinem, oder doch unter keinem be-stimmten, so lang er sich nicht viel mit ihm beschäftigt, und nur beieinzelnen Anlasten seine Abhängigkeit von höheren Gewalten empsin-det. Doch bald fühlt er das Bedürfniß, von den Wesen, die erverehrt, sich deutlichere Begriffe und bestimmtere Bilder zu ent-werfen. Er nimmt sie aus der Sinnenwelt, weil jenseits der-selben der Flügelschlag seines Geistes ermattet; also leiht er ihnen ^meistens eine körperliche Hülle; und da in dem ganzen Gebiet ^der Erfahrung keine edlere Gestalt als die des Menschen erscheint,und zugleich kein würdigeres Emblem des göttlichen Geistes alsder menschliche ersonnen werden mag; so sehen wir den Begriff ^von Gott in keiner Volksreligion hoher gebracht, als auf eine Stei- ,gerung menschlicher Vollkommenheit. Aber bald nahm inan nichtnur die Vorzüge der menschlichen Natur, sondern auch ihre Be-schränkungen und Mängel in den Begriff von Göttern auf, schriebihnen sogar Leidenschaften und Laster zu, und hatte nun durchausm e n sch e n ä h n l i ch e G ö t t e r. Dieser Anthropomorphismus 1ist in allen Religionen bemerklick. — Selbst die Ideen von deinVerhältniß der Götter unter sich wurden von meiischsjchen Ver-hältnissen entnommen, und in den Vorstellungen von ihrer Rang'ordnung und von den Abstufungen ihrer Macht treffen wir mei-stens einen Abdruck an von der bürgerlichen Verfassung jener Na-tion, bei welcher jene Vorstellungen galten.

Zum Dienste dieser Götter nun, und zur Ausbreitung undErhaltung der religiösen Begriffe, sehen wir allenthalben einenPriesterstand eingesetzt, oder sich selber bildend, welcher vermögtdieser Bestimmung eine, den Grundsätzen nach wohlthätige, indem Mißbrauch aber äußerst gefährliche Macht über die Gemütherübt. Wir sehen ihn meistens diese Macht durch alle Hilfsmitteleiner herrschsüchtigen Politik erweitern und befestigen, nach einerbleibenden Vormundschaft über die Völker nicht nur in heiligen, lsondern auch in weltlichen Dingen streben, zu diesem Ende dieReligion mit fremdartigen Zusätzen überladen, den Verstand des iVolkes durch Aberglauben verhüllen, Autorität an die Stelle