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Erster Band. Alte Welt.
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wohl sie der Zerstörer heißt (vermuthlich nur deßwegen, weilsie durch ihre höhere Macht alle Andern überwältigt) so ist siedoch zugleich die alles erzeugende Kraft, und wird durch denLiugain vorgestellt. Auch die Sonne ist ihr Emblem, und esbrennt ihr zur Ehre auf einem Indischen Berge ein ewigesFeuer. Sie hat, so wie Drama und Wischnu, viele andereGötter hervorgebracht, und unzählige Untergötter in ihre»Diensten.

Charakteristisch in der indischen Religion ist endlich die Lehrevon der Seelenwanderung, wornach die Geister durch ihre»Aufenhalt in verschiedenen thierischen und menschlichen Körperngereinigt, und auf diese Weise der Gottheit, von welcher sieausgegangen, wieder näher gebracht werden. Dieselbe hat, theilsweil sie dem gemeinen Verstände durch ihre Faßlichkeit sich ein»pslehlt, theils weil sie zur Scheu des Blutvergießens und über»Haupt zur Sänftigung des Charakters führt, den Beifall mehre»rer Philosophen des Alterthums und selbst der neuern Zeit erhal-ten, und ist wohl die Grundlage des in verschiedenen Gestalte»über einen großen Theil von Asien und auch über Griechen-land ausgebreiteten Emanationssystems gewesen.

Don den übergroßen und erblichen Vorrechten der Braini-nen — oder indischen Priester — haben wir schon oben gere-det. Wir bemerken hier bloß, daß außer den eigentlichen Prie-stern, deren Amt in Erklärung der heiligen Bücher und Besorgungdes Gottesdienstes besteht, in Indien von jeher noch eine großeAnzahl von Mönchen Hause, deren schon die griechischen Schrift-steller erwähnte», und die zum Theil durch ibre strengen Bußübnn-gen und ganz unsägliche Peinigung des Leibes die ascetische Hei'ligkeit der berühmtesten unter den christlichen Anachoreten über-treffen. »

Wir kommen endlich zur Heb rä ischen Religion, welche alsdie reinste in der alten Welt, und als die Grundlage der weit-herrschenden christlichen Lehre die Aufmerksamkeit des Welthisto-rikers vorzüglich auf sich zieht.

Wenn wir den hohen Vorzug der hebräischen Neligiousbe-griffe vor jenen aller alten Völker betrachten (denn nur von de»Hebräern wissen wir, daß auch der Volksglaube einen ein-